Winterzeit

berichtet von Jochen Extra

Man kann die Winterzeit gemütlich vor dem Kamin verbringen und sich nach dem weihnachtlichen Verzehr von Gänsebraten und Weihnachtsgebäck Gedanken über den Kalorienhaushalt machen, oder man geht in die Garage, füllt an seinem Oldie eine Extraportion Frostschutz ein, montiert einen Satz Winterreifen, schnallt den Gürtel enger und stellt sich dem Abenteuer einer Winterrallye.

Schon beim Gedanken an eine Winterrallye stellen sich bei einem großen Teil der Klassikerfreunde Angstzustände ein, da viele Klassiker nur bei anhaltender Schönwettervorhersage bewegt werden. Winter bedeutet Regen, Schnee, Eis, Salz und die erhöhte Gefahr einer Kaltverformung.

Und trotzdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, wer noch nie eine Winterfahrt gemacht hat, weiss nicht was ihm entgeht.

Winterrallyes haben ihren eigenen Reiz, der eben in den ungewöhnlichen Umständen liegt. Einmal ist das Teilnehmerfeld einer Winterrallye anders als bei einer Sommerveranstaltung. Man ist als Hardcore Fahrer unter seinesgleichen, legt die Messlatte auf andere Prioritäten und den meisten kann es gar nicht genug schneien. Die Autos sind selten im Concourzustand, aber technisch fit und besitzen oft eine funktionierende Heizung.

Bei den meisten Winterrallys kommen in letzter Zeit zumeist jüngere Oldtimer oder Youngtimer zum Einsatz. Das ist einerseits schade, aber wiederum verständlich, wenn man die Wertsteigerung bei gewissen Oldtimern sieht. Gängige Youngtimer sind bezahlbar und die Schmerzgrenze bei Verschleiß oder Verlust ist nicht so hoch. Denn eines ist klar, Winterrallyes fordern Mensch und Material anders als eine gemütliche Sommerausfahrt. Stellt man sein Auto im Sommer relativ unkompliziert nach einer Ausfahrt wieder in die Garage, fordert ein Wintereisatz eine aufwendige Nacharbeit im Putzen und Konservieren.

In den letzten Jahren hat sich eine größere Anzahl an Winterrallyes etabliert. Für jeden Geschmack wird etwas geboten.

Die Rally-Monte-Carlo ist ja praktisch die Mutter aller Rallyes und die Winterrallye schlechthin. Meine absolute Topveranstaltung (mehrfach selbst teilgenommen), bietet sie alles was man haben will. Sensationelles Starterfeld, schwierige Navigation, tolle Landschaften, meist Schnee und Eis und natürlich das mondäne Monte-Carlo als Abschluss.

In den Dolomiten findet der Winter-Marathon statt. Rainer und ich nahmen mit einem Vorkriegs Alvis teil. Mit einem offenen Renner bei –10 Grad 400 km nachts durch die Dolomiten zu donnern, bringt den Kreislauf in Schwung und hält die Gesichtszüge jugendlich frisch.

Dann gibt es noch die Planei-Classic, den Winter-Raid und wie sie alle sonst noch heißen. Die meisten Winterfahrer sind Wiederholungstäter. Wer einmal den besonderen Reiz solcher Veranstaltungen erlebt hat, kommt nicht mehr davon los. Und nirgends schmeckt der Glühwein so gut wie am Ziel, wenn man aus einem schneeverkrusteten Auto steigt und einen dampfenden Becher Glühwein mit seinen Mitstreitern teilt.

MGA 1600 MK II – Coming home

berichtet von Jochen Extra

Diesen späten MGA haben wir 1985 für einen Kunden restauriert. Ausgehend von einem mehr oder weniger vollständigen Schrotthaufen lieferten wir unserem Kunden ein perfektes Auto. Dies war übrigens eine unserer ersten Vollrestaurationen. Der Aufwand war enorm, aber das Ergebnis sprach für sich. Nach kurzer Zeit fand allerdings aus familiären Gründen eine Trennung von Fahrzeug und Besitzer statt. Und wir verloren diesen MGA über Jahrzehnte völlig aus den Augen.

Bis ein anderer Kunde, der auf der Suche nach solch einem Fahrzeug war, uns plötzlich kontaktierte. Er hätte solch ein Fahrzeug angeschaut, das auch noch unseren Aufkleber am Heck trage. Großes Rätselraten, bis klar war, dies war unser verschollener MGA. Jahrzehntelang in einer Fahrzeugsammlung eingelagert, fand dieser MGA wieder zu uns zurück. Die lange Standzeit hatte zwar ihren Tribut gefordert, aber im Großen und Ganzen stand er noch genauso da wie bei der Auslieferung damals. Eine behutsame Überarbeitung der technischen Komponenten, neuer TÜV und ein aktuelles Wertgutachten, und der MGA war „back on the road“.

Motor Klassik: Dezember 2017

Vor Wochen erreichte uns ein Anruf des Motor Klassik Magazins. Geplant war eine Titelstory mit dem Vergleich von Jaguar E V12 und Jaguar XJS. Zwei unterschiedliche Sportwagen mit dem gleichen Herz. Motor Klassik war auf der Suche nach solchen Fahrzeugen in einer bestimmten Farbkombination. Mein Freund Bernd Breuer hatte zufällig genau das Gewünschte im Stall.

An einem sonnigen Herbsttag wurde die Story mit unserem Mitarbeiter Moritz und mir abgelichtet. Ein netter Tag zum Saisonausklang.

Frosch in Goodwood

berichtet von Jochen Extra

2016 wurde ein Schweizer Kunde mit seinem Austin Healey Frog-Eye bei uns vorstellig. Das Auto hatte diverse Probleme im Bereich Motor, Getriebe, Achsaufhängungen und Bremsen. Ziel war, das Auto für eine Fahrt nach Goodwood fit zu machen, ein lang gehegter Traum des Kunden.

Motor und Getriebe wurden ausgebaut und komplett überholt, mit Verbesserungen bezüglich der Abdichtung. Achsaufhängung und Bremsen waren eher Standardarbeiten. Der Frosch wurde rechtzeitig fertig, allerdings brach sich die Frau unseres Kunden kurz vorher noch den Fuß, so das die gemeinsame Fahrt ausfiel. 2017 war es dann aber soweit. Der Frosch fuhr auf Achse nach Goodwood, und ein Traum ging in Erfüllung.

Mille Fiori 2017 vom 30.08.bis 02.09.17

berichtet von Jochen Extra

Die Mille, wie die Mille Fiori mittlerweile liebevoll von den Teilnehmern genannt wird, startete wie gewohnt auf der Insel Mainau, um sich dann Richtung Süden zu bewegen.

Die erste Etappe führte vom Bodensee über den Flüelpass (2338m) und den Ofenpass (2099m) ins Vinschgau. Am nächsten Tag standen der Penser Jochpass (2215m) und der Jaufenpass (2099m) auf dem Programm. Innsbruck war Ziel der dritten Etappe, um dann am vierten Tag auf der Insel Mainau die Rallye zu beenden.

Die diesjährige Mille hatte einiges zu bieten, von traumhaften Strecken über gewohnt außergewöhnliche Hotels bis hin zu extremen Wetterverhältnissen. Waren die ersten zwei Tage noch hochsommerlich mit Temperaturen um 30 Grad, bot der dritte Tag sintflutartige Regenschauer und der vierte Tag sogar Schneetreiben. Nichtdestotrotz waren alle Teilnehmer voll des Lobes über die Mille 2017.

Für das Extramobile- Racing Team waren gleich 4 Autos am Start:

  • Team Becker mit Ihrem weißen Jaguar E V12
  • Team Detzel im schwarzen Jaguar E V12
  • Team Benzinger mit drei Generationen in 2 Autos, Jaguar E 4,2 und Austin Healey 3000.

Team Becker wurde kurzzeitig durch einen Plattfuß gestoppt, was aber der Fahrt aufs Siegerpodest zum 3. Gesamtrang nichts anhaben konnte. Beim Team Detzel verabschiedete sich der Tacho, was zum erhöhten Arbeitspensum des Beifahrers führte.

Trotz Wetterkapriolen gelobten fast alle Teilnehmer, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.